15. Oktober 2008

I feel good

Inzwischen fühle ich mich hier richtig wohl.
Vor ein paar Tagen hab ich erfahren, dass Lin, die Chinesin, die ich hier am Anfang kennen gelernt habe eigentlich QiuPing heißt und Lin ihr Nachname ist. Ups, peinlich. Sie hat mich zu sich nach Hause eingeladen und wir haben gemeinsam gekocht, bzw. sie eher für mich. Ich hab mich ja schon auf das schlimmst eingestellt bezüglich ihrer Wohnung, aber die hat sich als wunderschön entpuppt. Sie hat für uns Muscheln, Schweinefleisch und einen superleckeren Fisch gekocht. Einen ganzen Fisch mit Stäbchen zu essen ist gar nicht so einfach. Ich hatte einen super Abend bei ihr.
Sie hat mich dann eingeladen mit ihr und ihren Freunden auf Gulangyu, eine Insel hier in der Nähe, zu grillen. Vorgestern hat sie mir extra noch eine Karte der Insel geschenkt, dass ich auch den Weg finde und hat Claudi auch eingeladen. Qiu Ping arbeitet dort in einem "College of Art" in der Bibliotheke.
Gestern sind Claudi und ich also nach dem Unterricht auf die Insel gefahren. Die Fähre braucht nicht mal 5 Minuten von einer Seite zur anderen. Gulangyu ist sehr klein, aber wunderschön. Dort herrscht eine ganz andere Atmosphäre, eher mediteran und es geht ruhiger zu. Wir sind erst etwas über die Insel spaziert bevor wir dann zum College sind und Qiu Ping getroffen haben. Gemeinsam mit ihr sind wir noch etwas weiter gelaufen und haben uns irgendwo am Strand niedergelassen und uns gegenseitig Wörter beigebracht. Gegen 16 Uhr sind wir dann zu einem weiteren Strand wo wir dann ihre Freunde und Studenten getroffen haben. Die waren schon am Vorbereiten und wir haben noch mitgeholfen. Das BBQ war etwas chaotischer als wir es kennen, aber so richtig lecker. Jeder stand am Grill und hat was draufgelegt, bestrichen oder runtergeholt was fertig war. Claudi und ich haben das eher von der Ferne betrachtet, da wir sowas nicht gewohnt waren, aber wir haben trotzdem genug abbekommen. Es gab Tofu, Fleisch, Würstchen die allerdings süß waren und Mais mit Honig bestrichen, was ich jedem nur empfehlen kann es auszuprobieren, da es super schmeckt. Dazu gab es noch Pomelo und viele viele Kekse. Da es hier sehr früh dunkel wird haben wir schon kurz nach 18 Uhr alles aufgeräumt. Man kann sich gar nicht vorstellen, was für ein Chaos so ein paar Chinesen hinterlassen können. Claudi, Qiu Ping und ich sind dann noch in ein Café und haben dort einen Tee mit Milch getrunken. Ich war sehr überrascht als ich auf meinem Tee Corn Flakes gefunden hab und dann im Tee auch noch Rosinen. Wir haben auch einen Käsekuchen bestellt, der war allerdings flach und gefroren. Auf was für Ideen die hier kommen. Noch überraschter waren wir, als dann auch noch Anette Louisan, eine deutsche Sängerin, lief. Das Café ist super gemühtlich. Man kann sich gut vorstellen dort den ein oder anderen Tag dort ausklingen zu lassen. Da werd ich sicher mal wieder hin. Um 20 Uhr sind wir dann mit der Fähre wieder nach Xiamen gefahren und haben noch Qiu Pings Ehemann kennen gelernt.
Ich hab ihr versprochen, dass ich für sie mal was deutsches kochen werde. Da werd ich am Wochenende mal überlegen, was ich denn da mach. Wir werden da erst mal etwas nach Zutaten suchen müssen.
In meiner Klasse fühl ich mich auch sehr wohl. Ich versteh mich super mit meiner Nebensitzerin Angie, die aus der Schweiz kommt. Die hat mir hier auch schon ein tolles Dachcafé und ein Restaurant gezeigt in dem man für 70 cent ein tolles Essen bekommt. Meinem Magen geht es zum Glück auch wieder besser.
Heute hab ich mich für die Kurse im Fitnessbereich der Uni angemeldet. Für 20 Euro kann ich nun 3 Monate lang dort teilnehmen. Für die Schwimmhalle mussten wir einen "Gesundheitscheck" machen. Der bestand darin, dass wir unsere Füße zeigen mussten und unsere Augen angeschaut wurden. Jetzt brauch ich nur noch eine Badekappe und dann kann ich auch schwimmen gehen.

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